CODES AT-HU – Bildungsangebote für GrundschullehrerInnen zur Stärkung der Schlüsselkompetenzen von 6-10 jährigen Volkschulkindern

Hintergrund des Projekts

Fachkräftemangel, geringe Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmarktmobilität spiegeln sich als gemeinsames Problem der österreichisch-ungarischen Grenzregion in den aktuellen PISA Ergebnissen der OECD wider. Die Messungen zeigen unter-/durchschnittliches Abschneiden in den Bereichen Lesen/Schreiben, Mathematik und Naturwissenschaften. Diese Fertigkeiten sind aber neben interkulturellen-sozialen Kompetenzen Voraussetzung für einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Projektinhalt

Übergeordnetes Ziel von CODES ist daher grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen systematisch so aufzubauen, dass diese Schlüsselkompetenzen bei den SchülerInnen bereits von der Grundschule an gestärkt werden, damit sie optimal für den europäischen Arbeitsmarkts vorbereitet sind.

Doch bevor der Fokus auf die Volkschulkinder gerichtet werden kann, muss bei den Lehrkräften angesetzt werden, die bei der Vermittlung von im Berufsleben benötigten Fähigkeiten eine essentielle Rolle spielen. Mit Hilfe von CODES wird ein Gesamtmaßnahmenpaket geschnürt, das sich an die GrundschullehrerInnen der Klassen 1-4 (6-10 Jährige) richtet und diese mit dem nötigen Wissen zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen versorgen soll. Dazu zählen folgende Aktivitäten:

1. Einrichtung regionaler Informations- & Beratungsstellen:

Jeder Projektpartner implementiert in seiner Region unter Kooperation mit relevanten Bildungsinstitutionen eine Informations-/Beratungsstelle für GrundschullehrerInnen inkl. entsprechendem Equipment wie z.B. Eye-Tracking, techn. Geräte für virtuelle Beratung, didaktisches Material. Dort können sich LehrerInnen persönlich oder online Unterstützung zur Weiterentwicklung ihres Unterrichts in Form von z.B. Good-Practice- Beispielen, Unterrichtsmaterialien, Fachinput, usw. einholen.

2. Entwicklung & Pilotierung von kompetenzorientierten Unterrichtsmaterialien

Die Projektpartner erstellen innovative kompetenzspezifische Unterrichtsmaterialien zur Förderung der europäischen Schlüsselkompetenzen bei GrundschülerInnen in den vier Bereichen Lesen/Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaft-Technik und interkulturelle-soziale Kompetenzen. Diese sind dann in Print und digital auf Deutsch und Ungarisch verfügbar und werden an Schulen von qualifizierten Lehrkräften pilotiert und somit laufend evaluiert.

3. Bildungsprogramme für GrundschullehrerInnen und Ausbildung von MultiplikatorInnen

Mindestens 90 GrundschullehrerInnen pofitieren von kompetenzspezifischen Fortbildungen. Zur Etablierung von mobilen BeraterInnen (=speziell geschulte Lehrkräfte) werden grenzüberschreitende Lehrgänge für LehrerInnen durchgeführt. Diese werden bei Bedarf von Schulen angefordert und sind als MultiplikatorInnen an den Informations- und Beratungsstellen tätig.

Highlights

In diesem kurzen Animationsfilm wird das Projekt auf anschauliche Weise vorgestellt.

Im Rahmen der Kick-off Veranstaltung hat der Fernsehsender W24 einen Beitrag über das CODES AT-HU Projekt gedreht. Prominente, wie die Direktorin des Jüdischen Museum Wien, Danielle Spera, der Bildungsdirektor für Wien, Heinrich Himmer und der ehemalige Präsident des Stadtschulrats, Kurt Scholz kommen auch zu Wort und erläutern, warum der Erwerb von Grundkompetenzen so wichtig für ein erfolgreiches Berufsleben ist.

Das Projekt ging auch der Frage nach, warum das finnische Schulsystem im internationalen Vergleich so erfolgreich ist. Es ist ja allgemein bekannt, dass Schülerinnen und Schüler aus Finnland im internationalen Vergleich außerordentlich gut bei den PISA Tests abschneiden. In diesem Sinne fand vom 20.-23. Jänner 2020 ein Bildungstreffen in Finnland statt und die Projektpartner besuchten mehrere finnischen Schulen, um einen Einblick in den Schulalltag zu bekommen und mehr über das dortige Schulsystem zu erfahren. Dazu wurde ein eigener Abschlussbericht verfasst.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist das Einbeziehen von ehrenamtlichen UnterstützerInnen, die besonders Kinder aus bildungsfernen Familien beim Erlernen der Grundkompetenzen helfen sollen. Diese Personen sind zumeist Studentinnen und Studenten oder Seniorinnen und Senioren und sie stehen dem Lehrpersonal unterstützend zur Seite. Das zweisprachige Feinkonzept zum Bildungsprogramm für eherenamtliche UnterstützerInnen zeigt, worauf es bei der Lernbegleitung von Kindern zu achten gilt.

Eckdaten zum Projekt

Laufzeit

09/2018-08/2021

Förderprogramm

Interreg Österreich-Ungarn 2014-2020

Projektbeteiligte

Europa Büro der Bildungsdirektion für Wien (Leadpartner) (AT)

Pädagogische Hochschule Wien (AT)

Land Burgenland (AT)

Stiftung private Pädagogische Hochschule Burgenland (AT)

Pädagogische Hochschule Niederösterreich (AT)

Eötvös Loránd Universität - Savaria Regional Pedagogical Research and Service Center (HU)

Projektbudget der Wiener Organisationen

€ 812.500 davon EFRE: € 690.600